HKM – Ich hätte gerne jeden Tag Feedback

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Durchgängige Kommunikation und Führungsexzellenz, das war für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) der Fokus bei der Einführung von Shopfloor Management. Mit Erfolg, wie Geschäftsführer Herbert Eichelkraut findet: «Die Entscheidung war vollkommen richtig. Die Mitarbeiter sind mit den Veränderungen sehr zufrieden.»

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) besteht seit 1990 und ist eine gemeinsame Firma der Gesellschafter thyssenkrupp Steel AG (50 %), Salzgitter Mannesmann GmbH (30 %) und Vallourec Deutschland (20 %). Gefertigt wird Vormaterial für die Gesellschafter, die daraus ihre Produkte herstellen – etwa Rohre, Profilstähle oder Baustahl. Klassische Schwerindustrie also, deren Anteil am Bruttosozialprodukt allerdings sinkt und deren Gesamtmarkt schrumpft. So hat das Werk die Produktionsmenge von 5,6 auf 4,2 Millionen Tonnen pro Jahr gedrosselt.

HKM begegnet dieser Entwicklung mit einem Veränderungsprozess, der das Unternehmen langfristig erfolgreich am Markt halten soll. Dazu gehört unter anderem die Einführung von Shopfloor Management (SFM) mit einem Schwerpunkt auf Führungskräfteentwicklung. Insgesamt wollte HKM Verantwortlichkeiten klar herausstellen, den Beitrag der einzelnen Mitarbeiter sichtbarer machen und damit ihre Identifikation mit dem Unternehmen erhöhen.

Weiterentwicklung der Führungskultur

Dabei konzentrierte sich die Beratung durch Staufen unter anderem auf die Veränderung der Führungskultur, die Befähigung von Führungskräften und internen Change-Lotsen durch Coaching, Training und Beratung sowie die Erweiterung der eigenen Organisation durch interne Teams, die das Shopfloor Management begleiten. Umgesetzt wurde das Projekt jeweils entlang einer Kaskade in den drei Pilotbereichen Kokerei, Gießbetrieb und zentraler Instandhaltung. „Die Stahlbranche hat einige Besonderheiten, die wir bei der Vorbereitung des Projekts berücksichtigen mussten“, sagt Staufen-Projektmanagerin Imke Schröder. „So arbeiten Kokerei und Gießbetrieb im Konti-Betrieb rund um die Uhr.“ Die Anlage muss dauerhaft laufen und Mitarbeiter können nicht ohne Weiteres an Besprechungen teilnehmen. Zudem laufen in der Kokerei viele Kaskaden parallel, sodass die Zahl der Besprechungen zu groß geworden wäre. Imke Schröder: „Dafür haben wir individuelle Lösungen gefunden.“ Eine weitere Besonderheit: Der Fokus von HKM lag auf der Weiterentwicklung von Kommunikation und Führungskultur. „Mit rein prozessorientierten Ansätzen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Dr. Herbert Eichelkraut, Geschäftsführer Technik bei HKM. „Wir müssen die Mitarbeiter in die Kommunikation einbinden.“

Führungsexzellenz ist die Voraussetzung für nachhaltige Prozessexzellenz.

Erfolg mit Feedback und Kommunikation

Dazu gehört für die Führungskräfte vor allem ein Hinterfragen des eigenen Verhaltens. Dies gelingt, indem sie sich Feedback von Mitarbeitern und Kollegen holen und in ihren Teams Feedback-Runden etablieren. Muzaffer Pekgülek, Schichtleiter der Kokserzeugung, entdeckt darin zahlreiche Vorteile: „Wir haben nun gemeinsame, transparente Ziele. Ich habe außerdem gelernt, dass die Menschen ein ‚Warum‘ brauchen. So sprechen wir täglich über die aktuellen Probleme, sodass die Kollegen jetzt bei diesen Themen sensibler sind.“ – „Früher haben sich alle in einem Raum ‚berieseln‘ lassen. Heute haben wir klare Verantwortlichkeiten und Regeln“, ergänzt Benedikt Kopietz, Teamleiter der Kokserzeugung. „Durch SFM haben wir alle einen einheitlichen Fokus. Die Informationsweitergabe und -aufnahme ist jetzt einfacher.“
Maßnahmen werden gemeinsam geplant, sodass jeder Einzelne sieht, was er zur Zielerreichung beisteuert. Detlef Mostert, Meister in der Instandhaltung, hebt vor allem die Methodik des „Go&See“ hervor: „Wir bekommen die gleiche Sichtweise, wenn wir an den Ort des Geschehens gehen. Das ist etwas anderes, als im Büro zu sprechen.“
Die Kommunikationskaskade reicht bei HKM bis zur Schichtleiterebene. So werden diese stärker als Führungskräfte wahrgenommen. Sie haben klare Rollen in der Regelkommunikation und fühlen sich verantwortlich. „Die Kommunikation im Konti-Betrieb ist herausfordernd. Doch Shopfloor Management hat uns geholfen“, fasst Jan Krull, Prozessleiter im Gießbetrieb, seine Erfahrungen zusammen. „Wir sind verbindlicher geworden und erreichen nun die Mannschaft nahezu komplett.“

Mitarbeiter sind eigenständig und verantwortungsbewusst

Nun werden die Mitarbeiter darin bestärkt, eigenständige Lösungen zu erarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. „Wir haben eine tägliche, strukturierte und disziplinierte Frühbesprechung, erörtern gezielt Probleme und betreiben Abweichungsmanagement“, sagt Dennis Grimm, Bereichsleiter Kokerei. Diese Entwicklung hebt auch Jan Krull hervor: „Die Mitarbeiter haben den Impuls bekommen, sich mehr einzubringen. Dadurch wurden die Besprechungen kürzer und trafen schneller den Punkt.“ Dennis Grimm betont: „Dadurch hat sich die Stimmung positiv verändert.“
Den Härtetest hat das Shopfloor Management während der Corona-Krise im Frühjahr bestanden. „SFM und die Führung mit Teamboards waren in dieser Phase sehr hilfreich“, erklärt Dr. Herbert Eichelkraut. „Es ist die beste Methode zur Aufarbeitung der Informationen entlang der Kaskade. Und es hat eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern, denn die Kommunikation läuft nicht nur top-down, sondern auch bottom-up.“

DETLEF MOSTERT (rechts), Meister in der Instandhaltung, HKM

DETLEF MOSTERT (rechts), Meister in der Instandhaltung, HKM

MUZAFFER PEKGÜLEK (links),Schichtleiter der Kokserzeugung, HKM, und BENEDIKT KOPIETZ (rechts), Teamleiter der Kokserzeugung, HKM

MUZAFFER PEKGÜLEK (links),Schichtleiter der Kokserzeugung, HKM, und
BENEDIKT KOPIETZ (rechts), Teamleiter der Kokserzeugung, HKM

JAN KRULL, Prozessleiter im Gießbetrieb, HKM

JAN KRULL, Prozessleiter im Gießbetrieb, HKM

Wir haben nun gemeinsame, transparente Ziele. Ich habe außerdem gelernt, dass die Menschen ein ‚Warum‘ brauchen.

Muzaffer pekgülek, schichtleiter der kokserzeugung, hkm

Wir haben eine tägliche, strukturierte und disziplinierte Frühbesprechung, erörtern gezielt Probleme und betreiben Abweichungsmanagement.

dennis grimm, bereichsleiter kokerei, hkm

Wir sind engagierter geworden und erreichen jetzt fast das ganze Team.

jan krull, prozessleiter im giessbereich, hkm

Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf 

IMKE SCHRÖDER, Project Manager, STAUFEN.AG

Cross-funktionale Erfahrung von der Produktion bis hin zu Sales und Marketing in den Rollen: Führungskraft, Lean Expertin und Projektmanagerin

Coaching und Training von Führungs-, Fachkräften und KVP-Experten

Einführung von Shopfloor Management

Telefon: +49 7024 8056 0, E-mail: contact@staufen.ag

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